Auf den spezialisierten Portalen zahlen Sie für das Inserat, nicht für die Buchung. Deutschland-Monteurzimmer und zimmmer.de werben ausdrücklich damit, dass keine Provision vom Mietbetrag abgeht. Ein schwaches Inserat kostet Sie also dasselbe wie ein starkes und bringt nichts zurück.
Und es entscheidet meist jemand anderes, als Sie denken. Die Portale nennen Firmen, Zeitarbeitsunternehmen und Disponenten als Suchende. Es bucht also oft ein Mensch im Büro für sechs oder neun Leute, die er nicht fragt – und der hinterher keine Beschwerden hören will.
Das Prinzip: Ihr Inserat ist eine Gebrauchsanweisung
Das hier ist keine Architekturfotografie. Eine Magazinstrecke darf ein Bild zeigen, das für sich allein steht: eine schön inszenierte Nische, warmes Licht, Stimmung. Das funktioniert dort, weil niemand daraus etwas ableiten muss.
Ein Inserat muss etwas anderes leisten. Jemand rekonstruiert daraus eine Unterkunft, die er nie betreten hat, und entscheidet auf dieser Grundlage. Eine schön fotografierte Nische, bei der man nicht weiß, wo in der Wohnung sie liegt, hilft ihm nicht. Sie ist hübsch und unbrauchbar.
Eine Gebrauchsanweisung ist nicht schön. Sie ist vollständig, sie hat eine Reihenfolge, die dem Gebrauch folgt, und sie enthält kein Bild, das nur da ist, weil es gut aussieht.
Daraus ergeben sich zwei Prüffragen für jedes Bild:
Verstehe ich den Raum? Weiß ich, wo dieser Raum in der Wohnung liegt?
Wenn die zweite Frage offen bleibt, fehlt ein Bild – nicht an diesem Raum, sondern zwischen den Räumen.
Die Bilder, die niemand macht
Verbindungsbilder sind die langweiligsten Aufnahmen der ganzen Serie und der Grund, warum man den Rest versteht. Sie zeigen kein Motiv, sie zeigen Zusammenhang:
- Der Blick vom Aufenthaltsraum durch die offene Tür in die Küche
- Der Flur, von dem die Türen abgehen – möglichst mit mehreren gleichzeitig im Bild
- Die Aufnahme, in der zwei Räume zusammen vorkommen
- Der Blick von der Wohnungstür in die Wohnung hinein
Diese Bilder werden fast immer weggelassen, weil sie fotografisch nichts hermachen. Genau deshalb wirken Inserate wie eine Sammlung zusammenhangloser Ansichten statt wie eine Wohnung.
Zwei bis drei davon pro Unterkunft. Sie kosten nichts und tragen die ganze Serie.
Die Reihenfolge: der Weg durch die Wohnung
Sortieren Sie nicht nach Wichtigkeit, sondern so, wie jemand die Wohnung betreten würde. Der Betrachter läuft sie dann im Kopf ab, statt Einzelbilder zu sortieren. Detailaufnahmen kommen jeweils nach der Übersicht des Raums, zu dem sie gehören – dann sind sie verortet.
Die Stationen
Zu jeder Station steht, was der Bucher wissen will und was das Bild belegen muss. Wie Sie sich hinstellen, ergibt sich daraus – feste Winkel und Abstände sind bei verschiedenen Grundrissen ohnehin nicht übertragbar.
Ankommen: der Stellplatz
Passt der Firmenwagen hin, und der Anhänger auch?
Fotografieren Sie den tatsächlichen Stellplatz so, dass die Größe einschätzbar ist. Ein leerer Asphaltfleck sagt nichts. Steht ein Fahrzeug darauf, hat der Betrachter einen Maßstab. Wenn ein Transporter mit Anhänger Platz hat, zeigen Sie ihn mit Anhänger.
Bei Unterkünften am Stadtrand ist der Stellplatz kein Trostpflaster für die Lage, sondern das Argument dafür: Ein Bus mit Material passt innenstadtnah nirgends hin. Enge Zufahrten gehören ebenfalls ins Bild – Ehrlichkeit spart Ihnen den Anruf um 19 Uhr.
Zugang
Wie komme ich abends rein, wenn niemand da ist?
Hauseingang und Wohnungstür, dazu Schlüsselkasten, Codeschloss oder Klingelschild, wenn vorhanden.
Sanitärräume
Wie funktioniert das morgens mit acht Leuten?
Das ist die wichtigste Station im Inserat. Jedes Bad, jede Dusche, jede Toilette einzeln – und erkennbar als verschiedene Räume. Zwei Bäder sehen sonst aus wie ein doppelt hochgeladenes Bild. Lassen Sie ein unterscheidendes Merkmal sichtbar: Fliesenfarbe, Fenster, Waschbecken.
Ein Bild vom Flur mit beiden Badtüren belegt die Anzahl schneller als zwei Einzelaufnahmen – und ist gleichzeitig ein Verbindungsbild.
Bei Mehrfachbelegung ist die Anzahl der Waschgelegenheiten kein Ausstattungsdetail, sondern der Buchungsgrund.
Küche
Bekommen alle etwas Warmes, und wann?
Erst die Küche als Ganzes, dann die Geräte. Zwei Mikrowellen gehören zusammen auf ein Bild. Beim Backofen zeigt die geöffnete Tür, ob eine Pizza hineinpasst oder drei.
Die Gefriertruhe fotografieren Sie geöffnet und leer – geschlossen erkennt niemand das Volumen. Wer sonntags einkauft und für die Woche vorkocht, sucht gezielt danach.
Offene Besteckschublade, offener Schrank mit Töpfen und Tellern: wirkt banal, ist aber der schnellste Weg, eine Zusage zu belegen, die im Text steht und die man dort nicht glaubt.
Aufenthaltsbereich
Wo sitze ich abends, wenn ich nicht im Bett liegen will?
Sitzmöglichkeiten und Tisch zusammen im Bild, so dass man die Plätze zählen kann – der Betrachter tut es. Ein zweiter Fernseher bekommt ein eigenes Bild; der Unterschied zwischen acht Leuten vor einem Gerät und zwei Aufenthaltsmöglichkeiten entscheidet über Wiederbuchungen.
Wenn es keinen Aufenthaltsbereich gibt, zeigen Sie das ehrlich. Verschwiegen kommt es als Bewertung zurück.
Abschließbare Schränke
Wo lasse ich Werkzeug, Papiere und Geld, wenn Fremde mit in der Wohnung sind?
Schrank geöffnet, Schloss im Bild. Auf einer geschlossenen Front sieht man nicht, ob abschließbar. Innenaufteilung mitnehmen.
Eine Wohnung geht nicht immer an ein Team. Kommen drei Fremde dazu, wird der abschließbare Schrank von der Annehmlichkeit zur Bedingung. Es ist kein Standard – deshalb wird danach gesucht.
Schlafzimmer
Wie viel Platz bleibt neben dem Bett?
Hier gibt es keine feste Regel, und Vorgaben wie „immer das ganze Bett zeigen" sind nicht überall erfüllbar – im Sechsbettzimmer nicht und in der Kammer mit Doppelbett auch nicht.
Der Maßstab ist ein anderer: Dass ein Bett eine bestimmte Größe hat, weiß jeder. Was niemand weiß, ist, wie viel Raum drumherum bleibt. Fotografieren Sie also das Unbekannte, nicht das Erwartbare. Wenn dafür ein Bett angeschnitten wird, ist das in Ordnung.
Zwei Dinge müssen erkennbar sein: dass es ein Zimmer ist und kein Lager, und wie viele Betten darin stehen. Die Zahl im Text wird mit dem Bild abgeglichen.
Wo ein Portal das vollständige Bett verlangt und der Raum es hergibt, machen Sie beides – eine Aufnahme, die den Raum erklärt, und eine, die das Bett zeigt.
Wäsche
Wo wasche ich meine Arbeitskleidung?
Waschmaschine, Trockner, Trockenmöglichkeit. Bei drei Monaten Aufenthalt keine Nebensache.
Die Umgebung gehört ins Inserat
Der häufigste Fehler bei Kurzzeitvermietung – auf allen Portalen, nicht nur den spezialisierten – ist, nur die Wohnung zu fotografieren.
Was jemand mietet, ist nicht die Wohnung. Es ist das Leben für drei Monate an einem fremden Ort. Die Wohnung ist davon der kleinere Teil.
Das hat eine handfeste Folge: Die bessere Lage gewinnt nicht von allein. Zwei Unterkünfte, gleicher Preis, gleiche Bilder – die eine hat den Supermarkt um die Ecke, die andere nicht, und niemand kann es sehen. Dann entscheidet der Zufall, und wer das bessere Angebot hat, verliert gegen den, der dieselben Fotos zeigt.
Also fotografieren:
- Supermarkt und Bäcker, mit Gehweg und Entfernungsangabe
- Der Blick aus der Haustür in die Straße – damit die Gegend einschätzbar wird
- Der Weg zum Parkplatz
- Bei Monteuren zusätzlich: Auffahrt zur Autobahn, Getränkemarkt, ein Imbiss oder Lieferdienst, der auch um 21 Uhr noch geöffnet hat
- Park oder Laufstrecke, wenn vorhanden
Der Blick in die eigene Straße ist unbequem und wird deshalb fast nie gemacht. Wer eine ruhige Wohnstraße hat, verschenkt sie, wenn er sie nicht zeigt.
Die Gästemappe ist ein Motiv
Wenn Sie eine Mappe mit Empfehlungen führen, fotografieren Sie sie – aufgeschlagen, an einer Stelle mit handschriftlichen Zeilen. Geschlossen auf dem Tisch ist es ein Ordner. Aufgeschlagen ist es der Beleg, dass jemand mitgedacht hat.
Handschrift ist dabei kein Charme-Element, sondern der Echtheitsnachweis. Eine getippte Liste kann abgeschrieben sein. „Nicht der Italiener an der Ecke – der drei Straßen weiter ist gut" kann nur von jemandem stammen, der beide kennt. Dass darin etwas ausgeschlossen wird, macht sie glaubwürdiger als jede Liste, auf der alles gleich gut ist. Ob die Schrift im Foto entzifferbar ist, spielt kaum eine Rolle – dass von Hand geschrieben wurde, sieht man auch unscharf.
Für Monteure zählt dabei Versorgung, nicht Ausgehtipps: was sonntags offen hat, was spät noch liefert, wo man Kästen zurückgibt.
Reihenfolge im Inserat
Die spezialisierten Portale veröffentlichen keine Bildvorgaben – weder Mindestauflösung noch Höchstzahl noch eine Titelbildlogik, anders als Booking und Airbnb. Es entscheidet allein die Vollständigkeit.
- Aufenthaltsbereich oder Küche als Titelbild
- Zugang und Flur
- Sanitärräume, alle
- Küche mit Geräten
- Schlafzimmer
- Schränke, Waschmaschine, Nebenräume
- Stellplatz
- Umgebung
- Gästemappe
Das Titelbild ist bewusst nicht das Schlafzimmer. Betten haben alle.
Rechnen Sie mit 25 bis 30 Aufnahmen. Die Zahl ergibt sich aus der Liste, nicht aus einer Vorgabe.
Wenn es nicht bei einer Wohnung bleibt
Dreißig Aufnahmen pro Einheit sind schnell gemacht. Bei mehreren hundert Einheiten, fotografiert von wechselnden Objektbetreuern mit verschiedenen Telefonen, entsteht das eigentliche Problem: Jede Wohnung sieht anders aus, weil jede Kamera anders belichtet. Der Bestand wirkt dann nicht wie ein Anbieter, sondern wie zusammengekaufte Einzelobjekte.
Aufnahme und fertiges Bild sind zwei Arbeitsschritte. Der erste lässt sich vor Ort erledigen, der zweite nicht. Genau dafür gibt es PIXCAPTURE: Ihr Betreuer fotografiert weiter wie bisher, die einheitliche Endverarbeitung passiert danach.
Häufige Fragen
Wie viele Fotos braucht ein Monteurinserat? 25 bis 30 für eine Wohnung mit sechs bis neun Plätzen, inklusive Umgebung und Verbindungsbildern.
Muss wirklich jedes Bad einzeln fotografiert werden? Ja. Die Anzahl der Waschgelegenheiten ist bei Mehrfachbelegung das häufigste Ausschlusskriterium. Was nicht im Bild ist, wird nicht geglaubt.
Reicht das Smartphone des Hausmeisters? Für die Aufnahme ja. Aktuelle Geräte liefern mehr als genug Auflösung. Was fehlt, ist die einheitliche Bearbeitung über den Bestand hinweg.
Was ist mit Hausregeln bei früher Abfahrt? Wenn die Unterkunft in einem Mehrfamilienhaus liegt und Ihre Gäste um 5:30 Uhr losfahren, regeln Sie das vorher schriftlich und schreiben Sie es ins Inserat. Fotografieren lässt es sich nicht, und ungeklärt wird es zum Konflikt mit den übrigen Mietparteien. Zur Rechtslage sollten Sie anwaltlichen Rat einholen.
Leere oder belegte Zimmer fotografieren? Leer und aufgeräumt. Persönliche Gegenstände der aktuellen Belegung haben im Inserat nichts zu suchen – abgesehen davon, dass Sie die Erlaubnis der Bewohner bräuchten.
