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Alt-Texte für Immobilienbilder: was hineingehört und was nicht
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Alt-Texte für Immobilienbilder: was hineingehört und was nicht

PIXCAPTURE Team
29. Juli 2026
Bearbeitung & Ausgabe

Die meisten Maklerwebsites haben ein stilles Problem: Sie sind voller Bilder, die für Suchmaschinen, Screenreader und KI-Systeme nicht existieren. Kein Alt-Text, kein Inhalt – aus deren Sicht ist die Seite halb leer.

Das ist schnell behoben und wird trotzdem selten gemacht, weil die Aufgabe langweilig ist und niemandem gehört.

Was ein Alt-Text ist

Ein kurzer Text, der beschreibt, was auf dem Bild zu sehen ist. Er steht im HTML-Attribut alt und wird sichtbar, wenn ein Bild nicht geladen wird – gelesen wird er von Screenreadern, Suchmaschinen und zunehmend von KI-Systemen, die Webseiten auswerten.

Für Immobilien ist er ungewöhnlich wertvoll, weil Immobilienseiten stark bildlastig sind. Ein Exposé mit zwanzig Bildern und dreihundert Wörtern Text besteht zu großen Teilen aus Inhalt, den nur ein Alt-Text zugänglich macht.

Der Unterschied in zwei Zeilen

Nicht sinnvoll:

Wohnung Immobilie Hamburg kaufen mieten Wohnzimmer modern hell

Besser:

Heller Wohnbereich mit offener Küche, Parkettboden und bodentiefen Fenstern

Der erste Text versucht, Suchbegriffe unterzubringen. Er beschreibt nichts, ist für einen Screenreader-Nutzer wertlos und wird von Suchmaschinen als Keyword-Stuffing erkannt. Der zweite beschreibt das Bild – und enthält dabei ganz nebenbei die Begriffe, die tatsächlich relevant sind.

Die Regel: Beschreiben Sie, was zu sehen ist. Die Suchbegriffe ergeben sich von selbst, weil ein Parkettboden nun einmal Parkettboden heißt.

Was hineingehört

  • Der Raum: Wohnbereich, Schlafzimmer, Gäste-WC, Hauswirtschaftsraum
  • Die Perspektive, wenn sie etwas erklärt: Blick vom Flur in die Küche
  • Prägende Ausstattung: Einbauküche, Kamin, bodentiefe Fenster, Dachschrägen
  • Materialien, wo sie den Charakter bestimmen: Parkett, Fliesen, Sichtbeton
  • Lichtsituation, wenn sie ein Merkmal ist: Südbalkon, Tageslichtbad

Was nicht hineingehört

  • Ortsnamen und Vermarktungsbegriffe, die nicht im Bild sind. „Wohnung in Hamburg-Eppendorf kaufen" beschreibt kein Bild.
  • Bewertungen: „traumhaft", „einmalig", „gepflegt". Der Alt-Text sagt, was da ist, nicht wie gut es ist.
  • „Bild von" oder „Foto zeigt" – dass es ein Bild ist, weiß der Screenreader.
  • Preise, Flächen, Baujahr – die gehören in den Text, nicht ins Bild.
  • Alles, was länger als etwa 125 Zeichen ist. Screenreader lesen ohne Pause vor; ein Absatz im Alt-Attribut ist eine Zumutung.

Alt-Text, Bildunterschrift, Dateiname

Drei verschiedene Dinge, die oft verwechselt werden.

Der Dateiname sollte sprechend sein: wohnbereich-parkett-suedbalkon.jpg statt IMG_4471.jpg. Er ist ein schwaches Signal, aber er kostet nichts.

Die Bildunterschrift ist für alle sichtbar und darf werben: „Der Wohnbereich öffnet sich zur Südterrasse."

Der Alt-Text ist der Ersatz für das Bild. Er beschreibt neutral.

Wenn Bildunterschrift und Alt-Text identisch sind, ist meist einer von beiden falsch.

Der Fall, den fast niemand bedenkt

Bei virtuell möbliertem oder KI-bearbeitetem Bildmaterial sollte die Kennzeichnung auch im Alt-Text stehen. Ein Screenreader-Nutzer sieht das eingeblendete Label nicht – für ihn ist die Kennzeichnung nur vorhanden, wenn sie im Text auftaucht.

Wohnzimmer mit virtuell eingefügter Möblierung, Parkettboden, bodentiefe Fenster

Das ist kein Umsatzrisiko, sondern konsequent: Wenn ein Bild kennzeichnungspflichtig ist, muss die Kennzeichnung für alle wahrnehmbar sein. Was seit dem 2. August 2026 gekennzeichnet werden muss, steht in unserem Beitrag zur KI-Kennzeichnung.

Barrierefreiheit ist kein Nebenaspekt

Alt-Texte werden meist als SEO-Thema behandelt. Der ursprüngliche Zweck ist ein anderer: Sie machen Bildinhalte für Menschen zugänglich, die sie nicht sehen können.

Für gewerbliche Anbieter ist das inzwischen auch eine regulatorische Frage. Seit Juni 2025 gelten für viele digitale Angebote im Geschäftsverkehr Barrierefreiheitsanforderungen. Ob und in welchem Umfang Ihre Website darunter fällt, hängt von Unternehmensgröße und Angebot ab – das sollten Sie im Einzelfall prüfen lassen. Unabhängig davon: Alt-Texte sind der billigste Schritt in diese Richtung.

Zwanzig Bilder, zwanzig Texte

Der Aufwand ist der Grund, warum es liegen bleibt. Pro Bild etwa dreißig Sekunden, bei einem Exposé also zehn Minuten – regelmäßig, für jedes Objekt.

Deshalb liefert PIXCAPTURE Alt-Texte mit. Die Beschreibung entsteht aus dem Bild, das ohnehin verarbeitet wird, und die Raumzuordnung aus der Aufnahme ist dabei schon vorhanden.


Häufige Fragen

Wie lang sollte ein Alt-Text sein? Etwa 80 bis 125 Zeichen. Ein Satz, der den Raum und ein bis zwei prägende Merkmale nennt.

Verbessert ein Alt-Text mein Ranking? Er garantiert nichts. Er sorgt dafür, dass Bildinhalte überhaupt erfasst werden können – ohne ihn fehlt diese Grundlage.

Brauchen dekorative Bilder auch einen Alt-Text? Rein dekorative Elemente bekommen ein leeres Alt-Attribut, damit Screenreader sie überspringen. Bei Immobilienbildern ist praktisch nie ein Bild dekorativ.

Was ist mit dem Titelbild? Genau wie die anderen beschreiben. Es ist kein Sonderfall.

Soll der Ort im Alt-Text stehen? Nur wenn er im Bild erkennbar ist – etwa bei einem Blick auf ein bekanntes Wahrzeichen. Sonst nicht.

Muss ich KI-Bearbeitung im Alt-Text erwähnen? Wenn das Bild kennzeichnungspflichtig ist: ja. Die sichtbare Kennzeichnung erreicht Screenreader-Nutzer sonst nicht.