Wer eine Ferienwohnung, ein möbliertes Apartment oder eine kleine Pension vermietet, lädt dieselben Bilder meist auf mehrere Portale. Das Problem: Die Anforderungen widersprechen sich. Booking lehnt Bilder ab, die Airbnb anstandslos annimmt. Wunderflats zählt anders als Booking. Und alle drei meinen etwas anderes, wenn sie von „genug Fotos" sprechen.
Dieser Beitrag stellt die Angaben der Portale nebeneinander – Stand Juli 2026 – und leitet daraus ab, wie Sie einmal fotografieren und überall hochladen können.
Die Anforderungen im Vergleich
| Airbnb | Booking.com | Wunderflats | |
|---|---|---|---|
| Mindestauflösung | 1024 × 683 px | 2048 × 1080 px | 1200 × 1800 px als ideale Größe |
| Empfohlen | größer ist besser | 4000 × 3000 px | – |
| Maximale Dateigröße | – | 19 MB pro Foto | 25 MB |
| Ausrichtung | Querformat bevorzugt | ausschließlich Querformat | Querformat |
| Mindestanzahl | 1 Foto technisch, je Raum eines für den Fotorundgang | 10 Fotos, faktisch 24 | 10 Fotos, erfolgreich ab 20 |
| Besonderheit | die ersten fünf Bilder zählen am meisten | Qualitätsfilter blockt unscharfe und zu dunkle Bilder | eigener Fotoservice mit Verifizierungssiegel |
Was daraus folgt
Fotografieren Sie für Booking, nicht für Airbnb. Booking hat mit Abstand die härteste Anforderung. Wer 4000 × 3000 Pixel liefert, erfüllt alle drei Portale gleichzeitig. Wer sich an Airbnbs 1024 × 683 orientiert, bekommt bei Booking Bilder, die gar nicht erst erscheinen – das Portal zeigt nur Fotos über 300 × 300 Pixel an und blockt im Extranet alles, was zu verschwommen, zu dunkel, zu hell oder zu verpixelt ist.
Jedes aktuelle Smartphone übertrifft 4000 × 3000 problemlos. Das ist keine Hürde, solange Sie die Bilder nicht vorher kleinrechnen.
Planen Sie mit 25 Aufnahmen, nicht mit 10. Die offizielle Mindestanzahl ist bei Booking und Wunderflats jeweils zehn – aber beide Portale sagen an anderer Stelle deutlich, dass das nicht reicht. Booking gibt an, dass Gäste mindestens 24 Fotos pro Unterkunft sehen wollen. Wunderflats nennt Inserate mit mindestens 20 Fotos als besonders erfolgreich und beziffert den Effekt einer großen Auswahl hochwertiger Bilder auf bis zu 25 Prozent mehr Nachfrage.
Querformat, ausnahmslos. Alle drei Portale bauen ihre Galerien horizontal. Ein Hochformat wird beschnitten, und zwar dort, wo der Algorithmus schneidet – nicht dort, wo Sie es möchten. Für Instagram machen Sie später einen eigenen Zuschnitt aus derselben Aufnahme.
Die Aufnahmehinweise der Portale
Bemerkenswert einheitlich sind die Portale bei der Aufnahmetechnik. Booking wird dabei am konkretesten und empfiehlt, aus einer Höhe von 1,00 bis 1,60 Metern zu fotografieren und aus den Raumecken heraus, damit die Bilder Perspektive und Tiefe bekommen. Wunderflats rät ebenfalls zur Aufnahme aus einer Zimmerecke im Querformat, damit möglichst viel vom Raum sichtbar wird.
Das deckt sich mit dem, was in der Praxis funktioniert: Brusthöhe statt Augenhöhe, diagonal statt frontal.
Booking nennt außerdem, was aus Außenaufnahmen herausgehalten werden soll: Verkehrsschilder, parkende Autos, Fußgänger. Das ist nicht nur ästhetisch gemeint – bei erkennbaren Kennzeichen und Personen kommen Persönlichkeitsrechte hinzu.
Was jedes Portal anders macht
Airbnb: die ersten fünf entscheiden
Airbnb weist ausdrücklich darauf hin, dass die ersten fünf Fotos die wichtigsten sind, weil sie prominent angezeigt werden – und dass das Titelbild die große Überschrift ist, die in der Suche erscheint.
Praktisch heißt das: Ihre Auswahlarbeit konzentriert sich auf fünf Bilder. Der Rest der Galerie muss vollständig und sauber sein, aber die Buchungsentscheidung fällt weiter vorn.
Neu hochgeladene Bilder werden bei Airbnb automatisch nach Zimmern sortiert, und jedes Zimmer braucht mindestens ein Foto, damit es im Fotorundgang überhaupt auftaucht. Räume ohne Bild verschwinden – und mit ihnen der Eindruck von Vollständigkeit.
Booking: der Qualitätsfilter greift vor der Veröffentlichung
Booking prüft technisch, bevor ein Bild erscheint. Wer sich wundert, warum ein hochgeladenes Foto nicht auf der Unterkunftsseite auftaucht, hat meist ein Auflösungs- oder Schärfeproblem. Das ist unangenehm, weil die Rückmeldung erst nach dem Upload kommt.
Für 360-Grad-Aufnahmen gilt ein eigenes Maß: Seitenverhältnis 2:1, also doppelt so breit wie hoch, mindestens 1280 × 900 Pixel.
Wunderflats: der Fotoservice ist Wettbewerb und Gütesiegel zugleich
Hier lohnt sich Ehrlichkeit. Wunderflats bietet einen eigenen professionellen Fotoservice an, und die dabei entstandenen Bilder tragen ein Wunderflats-Logo am rechten oberen Bildrand. Für Mietinteressenten ist das ein Verifizierungssignal: Die Wohnung wurde vor Ort gesehen. Da die Plattform überwiegend ohne Besichtigung vermietet, hat dieses Signal Gewicht.
Eigene Fotos haben dieses Siegel nicht. Sie sind trotzdem sinnvoll – gerade um schnell online zu gehen und später zu ersetzen, was Wunderflats selbst so vorschlägt. Aber man sollte wissen, dass hier ein Vertrauensmerkmal fehlt, das mit reiner Bildqualität nicht auszugleichen ist.
Die Pflicht, die alle unterschätzen
Die Wunderflats-AGB verlangen, dass Fotos den tatsächlichen Zustand der Wohnung wiedergeben und aktualisiert werden, sobald sich etwas ändert. Das ist keine Empfehlung, sondern Vertragsbestandteil.
Ähnlich Airbnb: Dort kann eine Bestätigung der Fotorichtigkeit verlangt werden, bei der neue Aufnahmen vor Ort mit der App gemacht werden müssen – aus derselben Perspektive wie das Inseratsbild, mit vorhandenen Bildern aus der Galerie geht das nicht.
Wer also die Küche renoviert, Möbel austauscht oder den Balkon neu bestuhlt, schuldet neue Bilder. In der Praxis ist das der häufigste Grund, warum Bildmaterial bei Kurzzeitvermietung nicht einmalig, sondern wiederkehrend gebraucht wird.
Einmal fotografieren, überall hochladen
Die Zusammenfassung als Arbeitsanweisung:
- Querformat, Smartphone in maximaler Auflösung, keine Verkleinerung beim Export
- Aus der Raumecke, aus etwa 1,20 bis 1,50 Metern Höhe
- Etwa 25 Aufnahmen für eine durchschnittliche Wohnung: jeder Raum eine Totale, jeder Raum eine zweite Perspektive, dazu Details bei Küche, Bad und Wohnbereich, Außenansicht, Eingang
- Kein Raum ohne Bild – auch Flur, Abstellraum und Balkon
- Fünf starke Bilder auswählen und nach vorn sortieren, das beste als Titelbild
- Einheitlich bearbeiten, damit die Serie zusammengehört
- JPG in sRGB exportieren, unter 19 MB pro Datei
Punkt 6 ist der, an dem eigene Aufnahmen normalerweise scheitern. Fünfundzwanzig Bilder aus einer Wohnung, die die Smartphone-Automatik einzeln optimiert hat, sehen nebeneinander nach fünfundzwanzig verschiedenen Wohnungen aus. Wie das zusammenkommt, steht in unserem Beitrag zur Bearbeitung.
Häufige Fragen
Reicht mein Smartphone für Booking.com? Ja, was die Auflösung angeht – aktuelle Geräte liegen deutlich über den geforderten 2048 × 1080 Pixeln. Booking nennt Smartphones selbst als brauchbare Option. Der Qualitätsfilter prüft aber auch Schärfe und Belichtung, und dort scheitern Handyaufnahmen häufiger als an der Pixelzahl.
Warum wird mein Foto auf Booking nicht angezeigt? Meist Auflösung oder Bildqualität. Booking zeigt nur Bilder über 300 × 300 Pixel und filtert unscharfe, zu dunkle, zu helle und verpixelte Aufnahmen automatisch aus.
Wie viele Fotos sind wirklich nötig? Rechnen Sie mit 20 bis 25. Die offiziellen Mindestangaben von zehn Fotos beschreiben, was technisch zulässig ist, nicht was funktioniert.
Muss ich für jedes Portal andere Bilder machen? Nein. Wenn Sie in maximaler Auflösung im Querformat fotografieren, erfüllen dieselben Dateien alle drei Portale. Unterschiedlich ist nur die Auswahl und Reihenfolge – bei Airbnb zählen die ersten fünf besonders.
Wie oft muss ich die Bilder erneuern? Sobald sich am Zustand etwas ändert. Bei Wunderflats steht das ausdrücklich in den AGB, bei anderen Portalen ergibt es sich aus dem Verbot irreführender Angaben. Unabhängig davon lohnt eine Auffrischung saisonal – Winterbilder für eine Sommerwohnung kosten Buchungen.
Darf ich Bilder mit KI aufbessern? Belichtung, Farbe und Schärfe ja. Sobald Bildinhalte verändert werden – virtuelle Möblierung, ausgetauschter Himmel, entfernte Mängel – gelten seit dem 2. August 2026 Kennzeichnungspflichten. Bei Portalen, die Fotorichtigkeit vertraglich verlangen, kommt ein zweites Problem hinzu: Ein geschöntes Bild kann den Vertrag verletzen, auch wenn es korrekt gekennzeichnet ist.
